Lüftung & Klima
KWL-Lüftungsanlage: Funktion, Kosten und was ins Angebot muss
Eine KWL-Anlage (Kontrollierte Wohnraumlüftung) lüftet automatisch ohne Fenster öffnen — verbrauchte Raumluft raus, frische Außenluft rein. Durch Wärmerückgewinnung (WRG) werden bis zu 95 % der Wärme zurückgewonnen. In luftdichten Neubauten nach GEG ist eine kontrollierte Lüftung heute oft Pflicht; in sanierten Gebäuden verhindert sie Schimmelbildung.
Wie funktioniert eine KWL mit Wärmerückgewinnung?
Das Herzstück ist der Wärmetauscher: Die warme Abluft aus Küche, Bad und Schlafzimmer gibt ihre Wärme an die kalte Frischluft ab, bevor sie das Gebäude verlässt. Wirkungsgrade von 80–95 % sind möglich (Gegenstrom-Wärmetauscher). Im Sommer schaltet ein Bypass die Wärmerückgewinnung ab, damit die kühle Nachtluft zur Kühlung genutzt werden kann.
Dezentrale vs. zentrale KWL
Dezentrale KWL: Einzelgeräte je Raum, keine Rohrleitungen nötig, einfache Nachrüstung, aber höherer Gesamtstromverbrauch und weniger gleichmäßige Luftverteilung. Zentrale KWL: Ein Gerät für das gesamte Gebäude, Rohrleitungsnetz zu allen Räumen, effizientere Wärmerückgewinnung, aufwendiger bei der Installation — vor allem in Bestandsgebäuden.
Was kostet eine KWL-Anlage?
Dezentrale Geräte: 300–800 € pro Raum inkl. Einbau. Zentrale Anlage im Neubau: 5.000–12.000 € je nach Gebäudegröße. Nachrüstung im Bestand: 8.000–20.000 € durch aufwendige Rohrführung. BEG fördert zentrale KWL-Anlagen mit 15 % Zuschuss (Einzelmaßnahme Lüftung).
Was muss im KWL-Angebot stehen?
Ein vollständiges Angebot enthält: Gerät mit Hersteller, Modell und Wärmerückgewinnungsgrad; Rohrleitungsplan mit Kanalführung und Querschnitten; Anzahl und Position aller Zu- und Abluftventile; Filterklassen und Wartungsintervalle; Einregulierung (Volumenstromabgleich nach DIN 1946-6); Schallschutzmaßnahmen. Fehlende Einregulierung ist ein häufiger Mangel.
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Angebot kostenlos prüfenHäufige Fragen
Ist eine KWL in Neubauten Pflicht?
Nicht gesetzlich per se, aber indirekt: GEG und EnEV verlangen eine luftdichte Gebäudehülle — und in einem luftdichten Gebäude ist eine kontrollierte Lüftung zwingend notwendig, um Feuchteschäden und Schimmel zu vermeiden.
Wie oft müssen KWL-Filter gewechselt werden?
Typisch alle 6–12 Monate, je nach Modell und Luftqualität im Umfeld. Ein verstopfter Filter senkt den Luftstrom und kann die Wärmerückgewinnung erheblich verschlechtern. Wartungsintervalle sollten im Angebot spezifiziert sein.
Kann man eine KWL-Anlage nachträglich einbauen?
Ja, aber mit deutlich höherem Aufwand. Dezentrale Lösungen sind am einfachsten nachzurüsten. Zentrale Anlagen erfordern Kanäle durch Decken und Wände — aufwendig und teuer, im Altbau oft nur mit großen Eingriffen möglich.
Verwandte Begriffe
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